Eventim muss Verträge anpassen

16. Februar 2018

Das Bundeskartellamt hat dem Ticketanbieter Eventim die Verwendung von Exklusivvereinbarungen mit Veranstaltern und Vorverkaufsstellen untersagt. Das Unternehmen muss die Verträge nun innerhalb von 4 Monaten anpassen.

Einseitige Verträge

Eventim ist wohl der mit Abstand größte deutsche Ticketanbieter mit einem Anteil von rund 60 – 70 Prozent bei den online verkauften Tickets. Zur Sicherung seiner Marktposition hat das Unternehmen mit zahlreichen Veranstaltern aus dem Bereich „Live Entertainment“ und diversen Vorverkaufsstellen Exklusivverträge geschlossen.

Danach dürfen die Vertragspartner ihre Tickets nicht oder nur zu sehr geringen Teilen über andere Vertriebswege beziehen oder verkaufen. In der Praxis führt dies natürlich dazu, dass Tickets zu zahlreichen Veranstaltungen ausschließlich über Eventim gekauft werden können. Der Ticketanbieter kann daher die Preise künstlich in die Höhe treiben.

Bundeskartellamt wird tätig

Das Bundeskartellamt untersagte diese Praxis nun, um den Wettbewerb auf dem Ticketmarkt wieder zu fördern. Die Behörde ordnete an, dass das Unternehmen bestehende und neue Verträge mit Veranstaltern und Vorverkaufsstellen innerhalb der nächsten 4 Monate anpassen muss. Insbesondere muss es den Vertragspartnern gestattet sein, mindestens 20 Prozent ihres jährlichen Ticketvolumens auch über andere Vertriebskanäle zu verkaufen. Dies gilt jedenfalls dann, wenn die Verträge länger als 2 Jahre oder unbefristet laufen.

Das Bundeskartellamt trifft seine Entscheidungen in einem justizähnlichen Verfahren durch Beschlussabteilungen mit einem Vorsitzenden und 2 Beisitzern. Die Entscheidungen können mit einer Beschwerde vor dem zuständigen Oberlandesgericht Düsseldorf angegriffen werden. Unter bestimmten Voraussetzungen ist danach noch die Rechtsbeschwerde beim Bundesgerichtshof zulässig.

Schlagwörter: , ,